Immobilieninvestitionen und die Stagflation

von Univ.-Prof. Dr. Andre Schmidt

In Zeiten höherer Inflationsraten gilt die Flucht in die Sachwerte stets als eine wichtige und überlegene Investitionsstrategie. Dies gilt insbesondere für Immobilien, die in solchen Zeiten auch gern als das Betongold bezeichnet werden. Immobilien reduzieren im Vergleich zum monetären Vermögen das Risiko, durch die Entwertung des Geldwertes reale Vermögensverluste zu erleiden. Steigen gar die Immobilienpreise, so ist der Investor gegen die Inflationsentwicklung abgesichert. Darüber hinaus bieten Immobilien noch den Vorteil eines kontinuierlichen Cash-Flows. Gelingt es gar, die Mietverträge ausreichend mit einer Inflationsindexierung zu versehen, so lassen sich auch diese Cash-Flows inflationsneutral absichern. Daher ist jeder Anleger gut beraten, wenn er in Zeiten der Preisinflation in seinem Portfolio ausreichend in Immobilien investiert ist.

Diese oben beschriebenen zusammenhänge gelten grundsätzlich auch in der Situation der Stagflation. Dennoch sind in einem stagflationären makroökonomischem Umfeld einige Besonderheiten zu beachten. Diese gelten insbesondere dann, wenn die Ursache des Preisdrucks vor allem auf eine zu expansive Geldpolitik zurückzuführen ist, aus der erhebliche Liquiditätsüberschüsse entstanden sind. Die ultra-expansive Geldpolitik der Zentralbanken hat zu erheblichen Liquiditätsüberschüssen geführt. Allein in der Eurozone wird von Hans Werner Sinn der Liquiditätsüberschuss auf ungefähr s Billionen Euro geschätzt. Diese Liquiditätsüberschüsse sind in den letzten Jahren vor allem in die Vermögensmärkte geflossen und haben dort die deutlichen Spuren einer Asset-Price-lnflation hinterlassen, die in der eigentlichen Inflationsmessung, die sich ausschließlich auf die realen Güter und Dienstleistungen bezieht, überhaupt nicht erfasst wird. Sichtbar wurde diese Asset-Price-lnflation aber vor allem an den steigen Börsenkursen und vor allem an den steigenden Immobilienpreisen. Die Niedrigzinspolitik der EZB aufgrund der platzenden Immobilienpreisblase in den USA und der später folgenden Krise in der Eurozone hat dem Immobilienmarkt in Deutschland einen einzigartigen Preisanstieg beschert, von denen die Anleger und alle anderen Akteure am Immobilienmarkt in der Vergangenheit profitieren konnten.


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WSH-Telex-2022-05-16.pdf

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