Die Ukraine-Krise und die Energiewende

von Prof. Dr. Fritz Vahrenholt

Das russische Vorgehen gegenüber der Ukraine hat Bundeskanzler Scholz zum Anlass genommen, die Inbetriebnahme der fertigstellten Nord Stream 2 Gaspipeline zu stoppen. Damit ist eine tragende Säule der deutschen Energiewende in Frage gestellt. Denn schon nach dem Doppelausstieg aus Kohle und Kernenergie war klar, dass die gesicherte Leistung der konventionellen Kraftwerke nur durch einen erheblichen Import von Erdgas sichergestellt werden könnte.

Selbst der forcierte Ausbau von Wind- und Solarenergie, wie er im Koalitionsvertrag vom Dezember 2021 angekündigt wurde, löst das Problem der Volatilität der erneuerbaren Energieerzeugung nicht. Wind steht eben nur mit 25 % der Volllaststundenzahl des Jahres zur Verfügung, Sonne nur zu etwa 10 % des Jahres. Daher hatte der Koalitionsvertrag folgerichtig einen massiven Ausbau von Gaskraftwerken vorgesehen. Die etwa fünfzig neuen Gaskraftwerke benötigen wohl nun eine neue Lieferquelle.

Dies erfolgt in einer Lage, in der die Gasmärkte der Welt bereits von Engpässen und extremen Preisentwicklungen gekennzeichnet sind. Seit Mitte des Jahres 2021 steigen die Preise für Erdgas massiv an. Der Gaspreis hat sich vervierfacht. Dadurch hat sich im Übrigen auch der Strompreis vervielfältigt. Im zurückliegenden Wahlkampf war das kein Thema. Aber an der Entwicklung der Preise ist die Politik nicht ganz unbeteiligt. 

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wsh-brief-ukraine-krise.pdf

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