Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die Wechselkurse

von Univ.-Prof. Dr. Andre Schmidt

Die Invasion der russischen Truppen in der Ukraine besitzt nicht nur direkte realwirtschaftliche Auswirkungen, sondern hat auch massive Folgen für die Devisenmärkte und damit auch für die Wechselkurse. Daher soll sich der nachfolgende Beitrag mit den Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die Wechselkurse und damit auch mit der Frage befassen, welche Auswirkungen vom Krieg auf den Fremdwährungsanteil im Portfolio ausgehen. Darüber hinaus ist auch zu diskutieren, ob möglicherweise eine Beimischung mit anderen Währungen innerhalb des Portfolios sinnvoll sein könnte.

Fragt man zurzeit nach den relevanten Determinanten, die über internationale Kapitalbewegungen die Wechselkurse beeinflussen, dann sind es vor allem die länderspezifischen Inflationsrisiken, die jeweiligen Erwartungen bezüglich der Zinspolitik der Notenbanken und auch die geopolitischen Aspekte, die einen relevanten Einfluss auf die Kapitalbewegungen haben.

Zunächst musste aufgrund des Krieges der Euro als Währung deutlich Federn lassen. Gegenüber des US-Dollars hat er seit Ausbruch des Krieges ca. 3,5 % verloren (zwischenzeitlich waren es gar schon über 4%). Die Zeiten vor zwei Jahren, zu denen noch eine Abwertung des US-Dollars auf 1,25 für einen Euro erwartet worden war, gehören endgültig der Vergangenheit an. Im Gegenteil: es ist davon auszugehen, dass der US-Dollar auch weiterhin gegenüber dem Euro eher aufwerten wird. Dafür
sprechen vor allem zum einen die in den USA beginnende Zinswende, die die Zinsdifferenz zur Eurozone weiter vergrößern wird. Zum anderen ist anzuführen, dass der USDollar in Zeiten politischer und insbesondere militärischer Konflikte immer als eine Krisenwährung fungiert. Beide Entwicklungen dürften dafür sorgen, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar deutlich unter Druck stehen wird. Inwieweit die EZB tatsächlich ihre Zinsen erhöhen wird, ist durchaus unsicher, denn so haben die europäischen
Staatschefs in der letzten Woche angekündigt, erneut ein gemeinschaftsweites Verschuldungsprogramm in diesem Jahr aufzulegen.


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WSH-Telex-2022-03-21.pdf

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