Die Angst vor der globalen Stagflation

von Univ.-Prof. Dr. Andre Schmidt

Noch immer rätseln die Ökonomen und Fachleute darüber, in welcher konjunkturellen Situation sich aktuell die Weltwirtschaft befindet. Für manche ist die aktuelle Situation nichts anderes als ein normaler Angebotsschock, der im Wesentlichen aus der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine resultiert. Sind die Ursachen des Schocks beseitigt, würde die wirtschaftliche Entwicklung auch wieder auf den alten Pfad zurückkehren. Wenn man dies als eine optimistische Sichtweise bezeichnen möchte, so setzt sich doch mittlerweile mehr und mehr die pessimistischere Ansicht durch, dass wir uns aktuell immer stärker dem Szenario der globalen Stagflation annähern, welches sich strukturell und längerfristig verfestigen könnte.

Weltweit beobachten wir steigende Preise für Energie, Rohstoffe und Nahrungsmittel. Gleichzeitig verursachen die Störungen in den globalen Lieferketten einen deutlichen Rückgang der Wachstumsdynamik. Die generelle globale Abschwächung des Wirtschaftswachstums im Verbund mit steigenden Inflationsraten, sind die konstituierenden Merkmale einer globalen Stagflation. Dabei kann es nicht ausgeschlossen werden, dass im Rahmen dieser Entwicklung auch viele Volkswirtschaften in eine Rezession abgleiten werden, was insbesondere für viele Schwellenländermärkte erwartet werden kann. Es sind jedoch nicht nur die aktuellen konjunkturellen Faktoren, in Form geringeren wirtschaftlichen Wachstums, die den Ökonomen große Sorgen bereiten, sondern es sind vor allem auch die langfristigen Konsequenzen für die Stabilität der Finanzmärkte. Finanzmarktkrisen sind stets in Phasen steigender Zinsen beobachtbar gewesen.



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WSH-Telex-2022-06-20.pdf

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