Bekämpfung der Inflation durch Preiskontrollen?

von Univ.-Prof. Dr. Andre Schmidt

Das Gegenteil von gut gemacht ist bekanntlich gut gemeint. So ist wohl auch der Vorschlag der aus Deutschland stammenden Ökonomin /sabel/a Weber im britischen Guardian „Could strategic price controls help Fight inflation?" vom 29. Dezember 2021 zu verstehen. In ihrem Kommentar argumentiert die Verfasserin, dass die Option strategischer Preiskontrollen ein wirksames Instrument der Inflationsbekämpfung darstellen kann. DiesenVorschlag begründet sie mit der historischen Erfahrung administrierter Preise nach der Beendigung des Zweiten Weltkriegs. ,,Die Corona-Pandemie sei von ihren ökonomischen Wirkungen mit einem Krieg zu vergleichen, in dem es zu ernsthaften Versorgungsengpässen kommt'', so argumentiert die Verfasserin. Die gegenwärtigen Störungen der Lieferketten würden dies nur allzu deutlich vor Augen führen. Da das Angebot die Nachfrage nicht mehr decken kann, komme es zu drastischen Preiserhöhungen, die es mittels strategischer Preiskontrollen - in Form von administrierten Höchstpreisen - zu verhindern gilt.

Nun muss man bei der Bewertung dieses Vorschlags nicht so weit gehen, wie der Nobelpreisträger Paul Krugman, der den Vorschlag der jungen deutschen Ökonomin schlichtweg als dumm bezeichnete (NZZ 05.01.22). Allerdings ist nicht zu übersehen, dass dieser Vorschlag nur wenig überzeugen kann. In ihrer Argumentation übersehen die Proponenten staatlicher Preiskontrollen, dass Inflation als ein dauerhaft steigendes Preisniveau nur das Symptom, nicht aber die Ursache ökonomischer Fehlentwicklungen ist. Es hat sich bisher stets als wenig effektiv erwiesen, die Symptome zu behandeln, ohne die entsprechenden Ursachen zu bekämpfen.

Lesen Sie den ganzen Artikel hier:

WSH-Telex-2022-01-10.pdf

Zurück zur Übersicht ›