Update Ökonomie und Kapitalmärkte „Das Ende des Tech-Booms?

von Univ.-Prof. Dr. Andre Schmidt

In den vergangenen Jahren bereiteten die Tech-Werte den Anlegern viel Freude. Eigentlich musste man nur in den jeweiligen Werten investiert sein, der Markt kannte nur eine Richtung, es ging immer steil aufwärts. Doch seit einigen Monaten hat sich der Markt gedreht, was bisher nur Freude und steigende Kurse bescherte, ist nun ein Ärgernis im Portfolio.

Für diese Entwicklung gibt es handfeste sowohl mikro- als auch makroökonomische Gründe, die es sich lohnt, einmal genauer zu beleuchten.

Die mikroökonomischen Gründe betreffen vor allem die Marktentwicklung und das strategische Marktverhalten. Bei den Tech-Werten handelt es sich gegenwärtig typischerweise um Produktinnovationen im Bereich Digitalisierung, Health Care und Pharmazie. Nachdem die Innovationen erfolgreich im Markt eingeführt wurden und der Diffusionsprozess begonnen hat, unterliegen Tech-Werte – wie alle anderen Produkte auch – einem normalen Produktlebenszyklus. Dieser beginnt mit einer Wachstumsphase, bei der die Innovationen sich rasch steigender Nachfrage erfreuen. Die Folge sind hohe Wachstumsraten – deshalb werden diese Titel auch als Growth-Werte bezeichnet – bei gleichzeitig steigenden Renditen für die Unternehmen, die als Innovatoren diese Produkte entwickelt haben und sich monopolartigen - oder zumindest marktstarken Stellung erfreuen. Ihre Gewinne ziehen aber auch Nachahmer-Unternehmen an. Mit steigender Nachfrage sinken die Markteintrittskosten, sodass immer mehr Unternehmen in die jeweiligen Märkte eindringen. Damit steigt der Druck auf die Margen der Innovatoren.


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WSH-Telex-2022-05-09.pdf

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